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Es ist ergiebig, den alten Chef von Siemens, Peter Löscher, mit seinem Nachfolger, Joe Kaeser, zu vergleichen. Beide sind Jahrgang 1957. Müssten sie dann kairologisch nicht gleich handeln? Doch heißt es nun, der Neue „krempelt den Technologie-Konzern um und dreht viele Entscheidungen seines Vorgängers Peter Löscher wieder zurück." Wie ist das zu verstehen? Dazu müssen wir tiefer gehen. Löscher hat die alte Einteilung des Siemensweltreichs in viele einzelne Länder aufgehoben und größere Wir-Einheiten gebildet, so weit gemeinsame Grundmentalitäten und Infrastrukturprobleme bestanden. So schuf er auch die Wir-Einheit „Städte und Infrastruktur". All das schien vor Jahren vernünftig, da sie die länderspezifische Korruptionsaffäre lösen half. Löscher glaubte, durch seine große direkte internationale Präsenz die neue Einheit schaffen zu können.
Kaeser ist ein Eigengewächs von Siemens. Seine Stärke ist die Vertrautheit mit dem inneren Wir des Konzerns und mit den Führungskräften. Er orientiert sich also stärker an der inneren Kommunikation mit den Managern und weniger an Strukturen (wie es auch die Gewerkschaften sind).

So sind Kaeser und Löscher von ihrem Temperament, ihren Charakterstärken und ihrem Werdegang recht verschieden. Beiden ist aber der polare Resonanzhorizont ihrer zweiten Schichtung zu eigen. Beide bauen auf persönliche Vertraute (die somit innerhalb seiner mehr als eineinhalb Jahre Vorstandsvorsitz natürlich auch ausgetauscht wurden). Beide bauen auf die Stärke, die sich aus dem Ich-Wir-Verhältnis ergibt, suchen (auf unterschiedlichen Ebenen) „den richtigen Ton" zu treffen, um so die maximalen Kräfte bei den Mitarbeitern zu mobilisieren. Die Priorität des großen WIRs bedeutet aber auch, dass Kaeser es „nicht jedem bei Siemens recht machen" könne. In ihrem Kairos-Horizont sind beide sich also viel näher, als dies zunächst den Anschein hat.

 

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