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Stellen Sie sich vor, sie lebten im Jahre 1229. Das Gnadenwirtschaftssystem der römisch-katholischen Kirche sieht sich massiv bedroht durch den religiösen Terrorismus der sogenannten Albigenser, die die Sakramentenwirtschaft der alles umfassenden Kirche ablehnen und eigene religiöse Verwaltungssysteme aufbauen wollen. Die allgemeine Basis dafür soll das seit 1200 aufkommende geistliche Netzwerk der Spiritualen sein. Diese behaupten, dass sie im Hl. Geist die innere Kommunikation mit Gott und den Heiligen herstellen könnten. Sie seien deshalb nicht mehr auf die jährliche Kontrolle des Sündenhaushalts über die Beichte angewiesen. Sie könnten über die geistliche Kommunion mit Jesus Christus jene übernatürlichen Freuden empfangen, die früher nur mittels der Amtspriester verlässlich zu erhalten waren. Es kommt so weit, dass sich selbst Kaiser Friedrich II. den Spiritualen über den dritten Orden der Franziskaner verbindet.

Angesichts dieser Bedrohungen der Gnadenmacht der allein seligmachenden Kirche setzt sich um 1229 die Auffassung durch, man müsse ein zentral gesteuertes geistliches Kontrollsystem einführen. Die dafür zuständige Behörde solle sich vor allem des Predigerorden des Dominikus und seiner Experten für spirituelle Kommunikation bedienen. Diese bekämen wegen ihrer Nähe zum Volk und ihrer volkstümlichen Kommunikationsmethoden am besten mit, wo sich gefährliche Tendenzen bildeten. Im Jahre 1231 sind auch die Bedenkenträger so weit bearbeitet und berücksichtigt, dass man zur Tat schreiten kann. Papst Gregor IX. (geb. um 1267=A4c1) errichtet die Päpstliche Inquisition. Inquisitoren müssen Häresieverdächtigen von sich aus nachgehen, sie aufspüren und vor Gericht bringen. Die Regeln der Aushorchung gelten fortan überall, wohin der Arm der Kirche reicht. Bespitzelt wird, wo man die Gefahr sieht, es könnten ketzerische Pläne entwickelt werden.

 

Knappe 400 Jahre später, Anfang des 17. Jahrhunderts, tut sich ein analoges Problem auf. Die Konfessionen, vor allem aber die katholische Kirche und ihre katholischen Herrscher, fühlen sich bedroht durch die Verunklarung des Glaubens- und Handlungsbewusstseins. 1622 (391 Jahre nach der Inquisition) wird die sogenannte „Römische Propagandakongregation" eingerichtet. Den Missionaren, vor allem den Jesuiten, wird untersagt, mit einer gewissen Freiheit mit den örtlichen Gewohnheiten und kulturellen Verständnisebenen zu kommunizieren. Ein Spitzelsystem sorgt für die rechtzeitige Information der Kongregation, die dann entsprechende Schritte unternimmt.

2015 (also genau 786 Jahre nach der Forderung einer Päpstlichen Inquisition) fordert der deutsche Verfassungsschutzchef Maaßen ein globales Regelwerk für den Cyberkrieg. „Ich kann mir vorstellen, dass wir im internationalen Bereich ein Regularium dafür schaffen müssen." Er empfiehlt nicht nur Staaten Selbstschutz, sondern auch Unternehmen regelmäßige Abwehrübungen. Auch Internetprovider seien in die Pflicht zu nehmen; denn „anders als früher würden radikale Botschaften zunehmend über soziale Netzwerke verbreitet." (n-tv.de v. 23.3.2015)

Spätestens seit 2001 und im Zusammenhang mit den modernen Albigenserkriegen, die heute Irakkriege und Kampf gegen Al-Kaida oder IS heißen, wird daran gearbeitet. Dass Edward Snowden 2013 öffentlich machte, was die NSA treibt, war natürlich so nicht vorgesehen. Seither gilt er für die USA als todeswürdiger Oberketzer. Wir wissen inzwischen, dass seit Jahren die Geheimdienste wichtiger Staaten (im Mittelalter „Erz-Diözesen" genannt) zusammenarbeiten. Die Terroranschläge der jüngsten Zeit und deren Art von Kommunizierung schafft zunehmend das Klima, das man braucht, um diese Cyberwar-Kontrollmechanismen ganz offiziell und damit mit einem rational vertretenen Regelwerk einzurichten. Um das Jahr 2017 dürfte das in irgendeiner Form offiziell durchgeboxt sein, angeführt von der USA.

Das kairologische Modell kann diese seltsamen Entsprechungen erhellen. Danach wiederholt sich alle 393 Jahrgänge innerhalb einer historischen Galaxie die gleiche Problem- und Kräftekonstellation. Auf Grund dieser Erkenntnis ließ sich 2011 schon für die Zeit von 2015 bis 2017 die Einrichtung einer weltweiten Cyber-Inquisition vorhersagen. Genau das fordert jetzt Maaßen.

 

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